Tätigkeitsbericht des BGZ und des VdD Regionalgruppe Mährisch Trübau 2012

Das Jahr 2012  Jahr ging zu Ende und wir stehen wieder vor der Jahresbilanz. Was war im Jahr 2012 das wichtigste, was ist uns gelungen, wo hatten wir Erfolg, was ist liegen geblieben? Haben wir wieder eine gute Arbeit geleistet? Das eine oder andere ist uns sicher aus Zeitmangel nicht gelungen, trotzdem sieht die Rückschau auf das vergangene Jahr 2012 ganz gut aus. Lasst uns also einen Blick zurück werfen.

Das Begegnungszentrum Walther Hensel bietet schon lange Jahre  ein regelmäßiges Jahresprogramm. Neben Büroarbeit und Bibliothek laufen über die Woche Sprachkurse für Kinder, Jugend und Erwachsene, Seniorenbegegnungen – „Stammtische“ mit Programm, Vorträgen und Vorlesungen, Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und in Zusammenarbeit mit der Regionalgruppe auch Volkstanzstunden.

Einen Schwerpunkt der Aufgaben unseres Begegnungszentrums und der Regionalgruppe Schönhengstgau bildet seit der Gründung 1992 das gegenseitige Kennenlernen der Menschen, deren Kultur und Geschichte. Während des Jahres gab es viele erfreuliche Begegnungen mit unseren Landsleuten aus aller Welt. Wir informieren sie über unsere Region, über das Land und seine Sehenswürdigkeiten und bieten ihnen die Gelegenheit, über ihr und unser Leben, über die vielen Schicksale und über so manches andere zu diskutieren. Denn wozu wären die Begegnungsstätten, wenn sie leer und ohne Besucher wären?

Unsere Stammtische und Veranstaltungen nützt die ältere Generation zu gemütlichem Beisammensein mit Pflege der Muttersprache. Zur Erweiterung ihres Wissens nahmen einige Mitglieder am Schönhengster Bildungsseminar „Verständigung durch Verbindungen“ im März in Bad Kissingen teil und im BGZ wurden zwei Vorträge organisiert: „Das Schönhengster Land in alten Postkarten“ und „Sühnenkreuze im Schönhensgter Land“ In Zusammenarbeit mit der Landesversammlung wurde auch ein Seminar veranstaltet: „/Un / vergessene deutsche Literaten – „Rudolf von Eichtal“ ergänzt mit Vorlesungen aus seinen Romanen.

Einen erfreulichen Erfolg hatten unsere fünf Ausstellungen. Sehr gut angenommen wurde – hauptsächlich von der jungen Generation – die Ausstellung „ Märchenwelt“ zu dem Jubiläum der Gebrüder Grimms in Zusammenarbeit mit GI Prag.  Das gilt auch für die

 „ Bilder und Skulpturenausstellung“ der Malerin Christl Dern aus Staufenberg und Ing. Jiří Kosina aus Mährisch Trübau. Große Resonanz hatte die Ausstellung “Der Schönhengstgau – Geschichte und Kultur“ die wir aus Göppingen gebracht haben. Sehr informativ waren auch die zwei Fotoausstellungen zum 20. Jährigen Jubiläum des BGZ.

Aber nicht nur die Kultur des Geistes ist für uns wichtig, wir sorgten auch für unsere körperliche Gesundheit und haben im BGZ schon das zweite Jahr -  Frauenjogazyklus - Mohendžodáro – zweimal über drei Monate angeboten. Dieser Kurs fand an den freien Montagabenden  und am Donnerstagabend statt.

Jugend und junge Erwachsene lernten Deutsch in Sprachkursen, Wochenendkursen und Seminaren. Dabei interessierte sich die Jugend in erfreulicher Weise für Brauchtum, Landeskunde und Geschichte. Höhepunkte der Jugendarbeit waren der internationale Jugendaustausch in Staufenberg  gemeinsam mit unserer Partnerstadt Staufenberg / Hessen und unseren ungarndeutschen Freunden. Die Jugend war sehr begeistert und lernte sehr viel aus der Römischen Geschichte in Deutschland. Der Adventssprachkurs mit einer Exkursion in die Therme Laa war auch sehr erfolgreich. Neben dem Lernen und Sprachunterricht wurden auch Weihnachtsbräuche ausgeübt und Weihnachtslieder und Weihnachtsgedichte vorgetragen. Auf dem Rückweg wurde im Bus lebhafte Konversation gehalten und wir besuchten den Weihnachtsmarkt im historischen Kern der Stadt Brünn.

Damit unsere Lehrer immer auf aktuellem Stand bleiben und neue Methoden für den Unterricht einsetzen können, organisierte das BGZ mit Frau Friederike Komarek und in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Prag und der Landesversammlung der Deutschen weitere Lehrerseminare. Im April fand ein Seminar mit Motto „Horizonte erweitern“ statt und  im Mai war das Seminar auf die Arbeit mit Liedertexten in Schulunterricht gezielt.

Zu unseren wichtigen Aufgaben gehört auch die Pflege des heimatlichen Kulturgutes, und das halten wir mit unseren Kleinen und Großen aus der Volkstanzgruppe lebendig. Unsere Tänzer beteiligten sich an einigen Kulturnachmittagen anderer Organisationen in der Umgebung. Die älteren Tänzer machten in der Winterzeit von Januar bis März den Ball-Vortanz in sechs Orten in der Umgebung und die jüngeren beteiligten sich  mit ihrem Programm beim verschiedenen Veranstaltungen anderer Organisationen, wie zum Beispiel des Rotes Kreuzes in Rostitz, bei der Sonnenwende am Schönhengst, sie beteiligten sich beim Folkoren Festival in Rožnov pod Radhoštěm, tanzten für Besuchergruppen und für Mitglieder des BGZ bei verschiedenem Programm in Trübau, beteiligten sich bei der Großveranstaltung in Prag. Natürlich gestalten sie auch alle Feierlichkeiten unserer Regionalgruppe mit: Fasching, Ostern, Muttertag, Deutsch-Tschechische Kulturtage und Advent.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Eva Čapková, Studentin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Brünner Mendel-Universität, recht herzlich bedanken. Eva hat beide Tanzgruppen übernommen und übt mit ihnen unsere alten Tänze und das Tanzprogramm ein.

Ein wichtiges und schon traditionelles Programm des BGZ und der Regionalgruppe Schönhengstgau waren unsere Deutsch-Tschechischen Kulturtage. In diesem Jubiläumsjahr   traten viele Tanzgruppen und Gesangschöre auf, aber auch einzelne Künstler hatten großen Erfolg. 20. Jahre des BGZ war schon ein Anlass für viele schöne Begegnungen und so hatten wir zu Gast auch Frau Elisabeth Weiss, Opernsängerin des Nationaltheater in Prag und  Martino Hemmerle aus Brünn /Wien der mit seinen Liedern alle Besucher sehr begeisterte.

Am Sonntag wurde in Reichenau eine festliche deutsch-tschechische Hl. Messe mit Msgr. Anton Otte / Prag und dem militärischen Kaplan Petr Šabaka aus Mahr. Trübau gefeiert. Nach der Hl. Messe wurde die Gedenkstätte, die an alle ehemaligen Bürger von Reichenau erinnern soll feierlich eingeweiht. Bei dieser Gelegenheit sagte ein Grußwort der Reichenauer Bürgermeister, Milan Hána , und der Vertreter der ehemaligen Bürger von Reichenau Herbert Sieber. An den Kulturtagen beteiligten sich diesmal auch sehr viele prominente Gäste aus der kommunalen Politik. Vertreten war das tschechische Kulturministerium mit Dr. zutana Malcová und Dr. Václav Appl, die Landesversammlung mit dem Präsidenten Martin Dzingel. Es beteiligte sich der Landeshauptmann Mgr. Radko Martínek mit Gattin, das BMI wurde vertreten mit Herrn Bernhard Hayer, es beteiligten sich Gäste aus Staufenberg mit Bürgermeister Peter Gefeller, Stadtrat Dieter Preis und Stadträtin Bianca Dewaal- Schneider. Der Heimatkreis kam mit einem ganzen Bus mit Obmann Gerhard Müller, Frau Dietlinde Jenisch und Dr. Wolfgang Fritscher / bitte um Verzeihung, dass wir nicht alle nennen können. Weiter beteiligten sich Mons. Anton Otte / Ackermann – Gemeinde, Ehepaar Löffler /Adalbert Stifter Zentrum, Ehepaar Strik / Ackermann- Gemeinde und Rotary Würzburg, Ehepaar Preisenhammer / W.H.Gesellschaft Winnenden, Ehepaar Ruprecht / Böhmerwaldverein, Dr. Zuzane Finger / München und viele Bürgermeister unserer region.

Bei der Gelegenheit des 20. Jährigen Jubiläum des BGZ wurde Herrn Prof. Dr. Med. Werner Strik und dem Obmann des Heimatkreises Gerhard Müller eine Ehrenurkunde der Stadt Mährisch Trübau übergeben – dazu gratulieren wir recht herzlich.

Nach dem Kulturmarathon ging es am Montag weiter mit Jugendprogramm. Es beteiligten sich 85 Studenten die mit unserer IFA Assistentin Eva in 5 Gruppen toll beim Wettspiel, Tanz und bei Jugendbegegnungspräsentation mitmachten.

Das letzte Programm „Das Spukschloss im Spessart“ für  Senioren beendete offiziell die Kulturwoche.

An unseren Kulturtagen beteiligten sich mehr als 600 Personen, unter ihnen Delegationen aus unseren Partnerstädten Staufenberg und Göppingen, es kamen Reisegruppen mit ehemaligen Rothmühlern, Reichenauern, Reisegruppe aus Wien, Musikgruppe aus Göppingen und viele private Autos aus Deutschland und Österreich.  Ihnen allen vermittelten die Veranstaltungen nicht nur die deutsche und tschechische Kultur, sondern boten auch die Gelegenheit zu neuen Kontakten zwischen ehemaligen und heutigen Bürgern unserer Region und allen Landsleuten aus Nah und Fern.

Ja und so ging der  Herbst mit der Arbeit rasch vorbei und wir standen kurz vor Weihnachten. Am 6. Dezember fand das Nikolausprogramm und die Wahlen in den Vorstand des BGZ statt.

Danach folgte der  Kinder- und Studentenkurs in Hrušovany nad Jevišovkou und einige Stammtische mit Weihnachts- und Kinderprogramm beendeten  das Jahr 2012.

Die enge Zusammenarbeit bestätigte auch der Schönhengster Heimatkreis im Juli mit der Einladung einer  Delegation der Bürgermeister und Mitglieder der RG. Schönhengstgau zu dem Schönhengster Heimattag nach Göppingen. Damit wurden die Kontakte wieder weiter gepflegt.

Man könnte noch einiges mehr über die Tätigkeit des BGZ und der RG Schönhengstgau zu berichten. Ein besonderes Anliegen ist es uns, die gute und angenehme Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Museen, Kirchen, Schulen und vielen anderen Institutionen zu erwähnen. Als Beispiele einer engen Kooperation seien Goethe-Institut Prag, Ackermann-Gemeinde, Adalbert-Stifter-Zentrum, Jugendpflege Staufenberg, Schönhengster Heimatkreis, Walther-Hensel-Gesellschaft Stuttgart, ÖL Wien und Sudetia Wien genannt. Ohne die vielen guten Kontakte und die gegenseitige Achtung wäre es nicht möglich, alle unsere Projekte durchzuführen.

Für die finanzielle Unterstützung bedanken wir uns sehr herzlich beim Innenministerium der BRD, vertreten durch die Deutsche Botschaft in Prag und die LV, dem tschechischen Kulturministerium, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond, der Stadt Mährisch Trübau, der Stadt Staufenberg, dem Schönhengster Heimatkreis, vertreten durch Gerhard Müller, sowie bei der Sudetia und ÖL vertreten durch Ulrike Reich.

Es gibt viele Freunde, Tschechen und Deutsche, die uns bei unserer Arbeit unterstützen, uns mit Rat und Tat zur Seite stehen, unsere Arbeit schätzen und zu uns halten. Es wäre eine lange Namensliste, damit wir niemanden vergessen, danken wir allen gemeinsam recht herzlich. Recht herzlich bedanken wir uns in diesem Jahr für Spenden bei Frau Ingrid Hawlitschek, Familie Jenisch, Ehepaar Strik, Gerda und Erika Schmid. Die Spenden wurden bei dem VdD gebucht und  haben uns sehr viel bei den Kulturtagen geholfen, denn es gibt immer Ausgaben, die man aus dem  Projekt  nicht bezahlen darf. Ein ganz großer Dank gilt aber auch  unseren Mitgliedern und Landsleuten, denn ohne ihre Mitgliedschaft und ihre Mithilfe könnten wir unsere Arbeit nicht so erfolgreich durchführen.